Vielleicht hat jener Mensch, der auf jenen fernen Inseln lebt und Geschichten aus der Tiefe der russischen Wirklichkeit liest, den Schmerz des Winters begriffen, der im Leben des Menschen sichtbar wird — vom Verbrennen seiner Briefumschläge, von seinen glühenden Gefühlen und von seiner genetischen Beschaffenheit, die auf seine fruchtbaren Empfindungen und seine reichen Gedanken wirkt. Jener Mensch taucht, trotz seiner Ferne am Rand des europäischen Kontinents, in die tiefe Literatur Russlands ein und erreicht das Herz Europas mit seinem forschenden Geist.
Ich habe von diesem Menschen und von seiner tiefen Stimme gelernt, wie ich mir in meiner Vorstellung ein Bild Dostojewskis forme. Jene Stimme lehrte mich, die beißende Kälte in Sankt Petersburg zu verstehen, obwohl ich eine Zeit lang in Helsinki und im Norden Finnlands gelebt habe, wo die sibirische Kälte sich erstreckt. Doch sein Empfinden und seine Art, mit den Texten umzugehen, trugen mich in eine andere Welt, eine Welt, die ich zum ersten Mal durch ihn entdeckte.
Mein Freund, der Mazin heißt, sagte: «Wenn du ein Buch liest, fügst du deinem Leben ein Leben hinzu.» Ich verstand diesen Satz nicht ganz, bis ich begann, die russische Literatur durch die Stimme jenes Radiosprechers zu entdecken. Seine klangvolle Stimme, jener meisterhafte Vorleser, trägt dich in Traumwelten: in die Einzelheiten des Verbrechens in «Schuld und Sühne» und in die zerrissene Seele in «Die Brüder Karamasow».
Jene Stimme übermittelt nicht nur die Worte, sondern saugt die Literatur mit der Schönheit seiner Stimme und der Ruhe seines Vortrags in sich auf und vermittelt die Bedeutungen mit Tiefe und Empfindung. Und ich stelle mir vor, dass Dostojewski, wäre er noch am Leben und beherrschte er das Arabische, Freude an der Art gehabt hätte, in der jener Mann liest — auf genau dieselbe Weise, wie ich sie genieße.
Ich ging und ging und hörte den Kapiteln zu, die jener Künstler vorlas. Manchmal litt ich unter Problemen und spürte ein dringendes Bedürfnis zu entfliehen, und so floh ich in jene schöne Welt, in jene literarische Welt, die dir einen Genuss schenkt, der dem Fliegen gleicht. Manchmal blickte ich auf meine Füße und fragte mich: Bin ich noch auf dieser Erde, oder bin ich in eine andere Welt übergegangen?
In diesem Maße und mehr genoss ich es, die literarischen Texte durch seine Lesung zu verstehen. Er erweckte Worte wieder zum Leben, die vor mehr als zweihundert Jahren geschrieben worden waren, und machte sie in meinem Verstand und meinem Gedächtnis lebendig. Dank ihm liebte ich die russische Literatur und begann, andere zur Liebe zu ihr zu ermutigen, so wie er mich sie hatte lieben lassen.
Die Literatur schenkt dir eine Vorstellungskraft über deine Vorstellungskraft hinaus. Als erhöhtest du Zahlen in vervielfachende Potenzen. Die Vorstellungskraft vervielfacht sich, wenn sich der Text von bloßer schwarzer Tinte auf weißem Papier in eine pulsierende, lebendige Welt verwandelt, die der Leser mit seiner Seele, der Schönheit seiner Stimme und der Süße seines Vortrags bereichert.
Die Einzelarbeit spiegelt oft die Identität und die Kraft des Einzelnen wider, und dieser Künstler unter den Radiosprechern tut dasselbe. Er ist der Schöpfer, der dich von jenen britischen Inseln aus auf eine Traumreise durch die Zeit mitnimmt, damit du in einem Raumschiff zwischen den Einzelheiten von Raskolnikows Zimmer oder den Erzählungen Belkins dahinfliegst.
Diesem Menschen widme ich die tiefsten Gefühle der Liebe und sage ihm: «Du teilst mit uns die Seele, die Einsamkeit und die Fremdheit in dieser Weltliteratur, die ins Arabische übersetzt ist.»
Motaz Omarien