Deine Seele stirbt in Europa, ob du willst oder nicht. Jene glühende Seele, die dich zur Ankunft auf diesem Kontinent trieb, war nichts als ein Köder für die große Falle, die du mit eigenen Händen aufgestellt hast, um deine Seele mit deinen Träumen zu meucheln.
Das ist Europa: Wenn du es schmähst, schmäht es dich, und wenn es dich schmäht, vermagst du es nicht zu schmähen. Europa ist das unterdrückte Verlangen im Osten, der schöne Traum, der dich langsam schlachtet wie die Süße der Seele, die unter einem kalten Messer dahinfließt. Der Schmerz, der nach dieser Schlachtung ewig in den Einzelheiten deiner Seele bleibt, kann nicht vergessen werden.
Europa ist das Verlorengehen zum Verlorengehen. Entweder wirst du ganz einer von ihnen, wie das Sprichwort sagt: «Wer vierzig Tage mit einem Volk lebt, wird einer von ihnen», oder du ziehst ganz von ihnen fort. Doch wir sind auf gewisse Weise einer von ihnen geworden und zugleich von ihnen fortgezogen.
Wir sind einer von ihnen geworden in unserer Denkweise, sodass wir an die Verabredung mit jenem Mädchen denken und daran, ein uneheliches Kind von ihr zu bekommen, während wir in unseren Herzen in einer krankhaften Abgeschiedenheit leben. Diese Abgeschiedenheit tötet die Seele, tötet das Ich und verstreut unser Leben zwischen kalten Wänden und Tageszeitungen, die uns im fernen Norden mit Post überfluten. Das bist du, der brave Bürger in Europa, der spürt, dass er nichts als eine Nummer unter endlosen Nummern ist.
Europa tötet deine Seele langsam. Denke nie, die Schwierigkeit habe in der Ankunft in Europa gelegen; die Wahrheit ist, dass die eigentliche Schwierigkeit darin liegt, wieder herauszukommen. Jenes Hinausgehen, das dich Mühe, Geld und Erschöpfung kostet und in dir einen verborgenen Groll erzeugt. Dieser Groll treibt dich, an dem festzuhalten, was du hast, selbst wenn der Preis deine Seele ist.
Doch wie mein Vater in seinen letzten Worten sagte: «O Gott, verbrenne Europa.»
Motaz Omarien